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IL TRAMEZZINO

Was ist ein Spritz, Ombra oder Prosecco schon ohne kulinarische Begleitung? Neben den bereits erwähnten "Cicchetti", gibt es in Venedig noch eine außergewöhnliche Spezialität, die zum Aperitivo gereicht wird: "el Tramesin", wie die Venezianer das weiche, mit allerlei Köstlichem gefüllte Brötchen liebevoll nennen. Doch woher stammt es?

Als John Montague 4. Earl of Sandwich um 1700 das gleichnamige Brot erstmals als Imbiss während seiner Kartenpartien servieren ließ, fand es sogleich in ganz England großen Anklang. Im 19. Jahrhundert mutierten die Brötchen in einer Miniatur-Variante zu den sogenannten "Finger-" oder auch "Tea Sandwiches", die gerne von den Damen des englischen Adels zum Nachmittagstee gereicht wurden.

Im Zuge des "Risorgimento", das Italien ab 1850 zum Königreich einte, und mit dem auch eine erste Form von gehobenem Tourismus einherging, erreichte die Köstlichkeit schlussendlich auch das Bel Paese, wo die "Sandwiches" als englische Spezialität bei gesellschaftlichen Anlässen gereicht wurden. 1925 bot man das Brötchen dann erstmals im Turiner "Café Mulassano" auf der Piazza Castello öffentlich einem breiteren Publikum an. Und bereits ein Jahr später gab der italienische Dichter Gabriele D´Annunzio der inzwischen bei den Italienerin sehr beliebten Köstlichkeit den italienischen Namen "Tramezzino", was von "tramezzo" kommt und soviel bedeutet wie "auf halbem Weg" zwischen zwei Mahlzeiten. Erst die Venezianer jedoch haben aus diesem einfachen belegten Brot jene weltberühmte Spezialität gemacht, die sie heute ist. Die zwei entrindeten weichen und leicht feuchten Brotscheiben, mit Maionnaise bestrichen und zum Bersten gefüllt mit allerhand Köstlichkeiten wie Thunfisch, Eiern, Schinken, Pilzen, Artischocken, Lachs, Braten, Salami und vielem mehr dürfen seither bei keinem Aperitivo - und auf keiner Venedigreise - fehlen! Buon appetito!


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