DIE KÜSTE DER EMILIA ROMAGNA ENTLANG
- I LOVE ITALY

- vor 44 Minuten
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Früh am Morgen haben wir Chioggia und damit das Veneto verlassen, um mit unserem Segelboot die Küste der Emilia Romagna zu erkunden.

Unsere Reise führt uns an Pila vorbei, wo der große italienische Fluss Po nach 652 km in die Adria mündet. Das Po-Delta ist eines der wichtigsten Naturschutzgebiete Europas und bietet mit einem Labyrinth aus Wasserwegen ein Paradies für Naturliebhaber, in dem man eine vielfältige Flora und Fauna bewundern kann. Fischreiher, Enten, Seidenreiher, Seeschwalben, Säbelschnäbler, Stelzenläufer, Kormorane, Eulen und Bussarde, aber auch Säugetiere wie der Dünenhirsch kann man hier beobachten. Das Wasser ist so flach, dass man es nur mit speziellen Motorbooten befahren kann. Wir segeln daher weiter.

Unsere erste Etappe ist Marina di Ravenna, ein moderner Yachthafen mit guten Versorgungsmöglichkeiten. Von hier würde sich auch ein Ausflug ins Landesinnere nach Ravenna lohnen, das berühmt ist für seine frühchristlichen Mosaiken und seine UNESCO-Kulturerbestätten wie die Basilika San Vitale und das Mausoleum der Galla Placidia. Wir jedoch nehmen Kurs auf Süden und segeln weiter entlang langen Sandstränden und schier unendlichen Pinienwäldern, vorüber an den historischen Salinen von Cervia, wo noch heute Meersalz gewonnen wird, weiter Richtung Milano Marittima, das Anfang des 20. Jahrhunderts von einem Mailänder Unternehmen erschlossen und zu einem der beliebtesten Badeorte der Adria ausgebaut wurde, weshalb es den Namen trägt.

Die nächste Etappe führt uns nach Cesenatico. Den malerischen Hafenkanal darf man nicht verpassen, denn er wurde einst von keinem Geringeren als Leonardo da Vinci im Auftrag von Cesare Borgia entworfen und bildet bis heute das Herz der Stadt. Besonders sehenswert ist das Schifffahrtsmuseum mit seinen historischen Segelschiffen.


Für uns geht es jedoch weiter Richtung Rimini, einer der bekanntesten und größten Badeorte Italiens. Dies nicht umsonst, denn schließlich hatte hier einst der Massentourismus seinen Ursprung. Italiens "Duce" Benito Mussolini, der aus der Gegend stammte, ließ die Gegend zwischen Rimini und Riccione in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts zu einem Ferienparadies für die italienischen Massen ausbauen. Es entstanden die berühmten Colonie Marine „Colonia Bolognese“ und „Colonia Novarese“, Ferienheime für Kinder, aber auch Arbeiter, in monumental faschistischem Stil, die nicht nur der körperlichen Ertüchtigung, sondern auch der Verbreitung des faschistischen Gedankenguts dienen sollten. Staunend segeln wir an den beiden Ruinen vorüber, die noch heute nur 300 Meter voneinander entfernt in Miramare direkt an der Spiaggia libera von Rimini stehen.

Und weiter geht es mit unserem Segelboot vorbei an Riccione und San Marino, das man an manchen Tagen bei gutem Wetter hoch oben an den Hängen des Monte Titano von Weitem sehen kann. Der im Jahr 301 n.Chr. gegründete Kleinstaat misst lediglich 65 km2 und zählt zu den ältesten Republiken der Welt.

Müde beschließen wir unsere Segelreise entlang der Küste der Emilia-Romagna und gehen abends im Porto von Cattolica vor Anker. Die Stadt liegt an der Mündung des Flusses Tavollo, der die Grenze zu den Marken markiert. Neben ausgedehnten Stränden in Marina di Cattolica wartet die Altstadt im Landesinneren ebenso mit überwältigender Architektur, Kultur und Geschichte wie mit unzähligen Einkaufsmöglichkeiten auf.

Hier kommt jeder auf seine Kosten! Daher entscheiden wir uns, den Abend an Land zu verbringen und das italienische Dolce Vita in vollen Zügen zu genießen, ehe es morgen Früh mit dem Boot weitergeht - immer der italienischen Küste entlang, immer gen Süden!





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