AMERICANS´s CUP A NAPOLI

Nachdem wir zuletzt entlang die Küste Kalabriens die Stiefelspitze Italiens umschifft und mit dem Stretto di Messina bei Sizilien das ionische Meer verlassen haben, um ins Tyrrhenische Meer einzutauchen, hatten wir - nicht zuletzt wegen des Wetters und seiner Kapriolen - eine längere Pause in Maratea, dem nördlichsten Küstenort der Basilikata, eingelegt.
Nun sollte es aber weitergehen, Richtung Neapel, wo der AMERICAN´s CUP dieser Tage zu Besuch ist. Kaum waren die Leinen los, erreichten wir auch shcon bald die ersten Ausläufer des schönen Cilento. Hier ist Italien noch ein wenig ursprünglicher als anderswo und wasserreicher, wovon die Natur und damit auch die Landwirtschaft profitiert. Vom Meer aus sehen wir kleine Strände und versteckte Buchten, was diese Gegend vor allem während der Sommermonate für Segler und Bootsbesitzer sehr begehrt macht.

Vorüber an Sapri segeln wir weiter nach Norden, wo sich einer der beliebtesten und bekanntesten Urlaubsorte des Cilento befindet. Palinuro, dessen Name auf den Steuermann des Aeneas aus Vergils Aeneis zurückgeht, war als Teil der Magna Graecia in der Antike bereits von den Griechen besiedelt und ein wichtiger Hafen. Von Bord aus sahen wir Capo Palinuro mit seinem berühmten Leuchtturm, der den Fischers des Cilento seit vielen Jahrhunderten auch des nächstens Orientierung gibt.
Das Wasser vor Palinuro ist spektakulär und wechselte zwischen Türkis und tiefem Blau. Die Grotten - wie die Grotta Azzurra - hier sind eine besondere Attraktion. Bei stärkerem Seegang sollte man jedoch Abstand halten, da die nahen Felswände sehr gefährlich werden können.

Wir segeln weiter der Küste entlang, an der viele kleine beliebte Badeorte liegen, die in den Sommermonaten fast ausschließlich von Italienern aus den umliegenden großen Städten wie Neapel, Salerno, Avellino, usw. bevölkert weden: Marina di Camerota, Pisciotta, Ascea, Casal Velino, wo wir unser kleines Ferienhaus haben, Pioppi, wo die Dieta Mediterranea ihren Ursprung hat sowie Acciaroli, wo einst Ernest Hemingway an seinem Roman "Der alte Mann und das Meer" geschrieben haben soll. Auch wenn das viele Orte am Meer behaupten...

Gemütlich segeln wir bei traumhaftem Wetter weiter der Küste entlang, die von den berühmten Torri Saraceni gesäumt wird, Befestigungstürme, welche eist Schutz vor Angreifern bieten sollten und über viele Kilometer an der Küste entlang ein Verständigungssystem untereinander hatten. Hoch oben in den Bergen grüßen einsam die mittelalterlichen Borghi aus der Weite, welche einst den Menschen als Versteck dienten und heute oft Schauplätze beliebter traditioneller Feste und Sagre sind.
Weiter geht´s an Agnone, Oligastro, Punta Licosa und Santa Maria di Castellabate vorüber, ehe plötzlich der größte Hafen des Cilento, Agropoli mit seiner majestätischen antiken, Akropolis, vor unseren Augen auftaucht. Neben Paestum, dem ehemaligen Poseidonia, welches einst an der Küste und heute im Landesinneren liegt, eine der bedeutendsten Spuren griechischer Kultur in Kampanien.

Die Gegend zwischen Paestum und Salerno, der Provinzhauptstadt, an der wir jedoch vorbeisegeln, ist übrigens auch für etwas anderes weltweit bekannt: den berühmten Mozzarella di Bufala Campana.

Die Büffelhaltung gehört seit Jahrhunderten zur kulinarischen Tradition der Region. Frischer Mozzarella, sonnengereifte Tomaten, Basilikum und gutes Olivenöl – mehr brauchen wir nicht zu unserem Glück.

Je weiter wir nach Norden kommen, desto dramatischer wird nun die Landschaft. Die Küste ist steiler, die Berge rücken bis ans Wasser heran. Vor uns liegt Amalfi, der Ausgangspunkt und Namensgeber der wohl pittoreskesten Küste Italiens: La Costa Amalfitana. Staunend segeln wir die berühmte Küste entlang, die sich Ort um Ort vor uns mit ihren vielen kleinen bunten Häusern, glänzenden Kirchenkuppeln, bevölkerten Stränden und dazwischen duftenden Zitronenhainen wie eine Theaterkulisse ausbreitet, Vietri sul Mare, Cetara, Erchie, Maiori, Minori, Conca dei Marmi, Atrani, Praiano, Positano - und hoch oben Ravello, mit dem seit der Antike wohl göttlichsten Ausblick über den gesamten Golf von Neapel. Nicht umsonst zählt diese Gegend zu den wohl beliebtesten Kulissen der berühmtesten internationalen Filme aller Zeiten.

Bei Punta Campanella gelangen wir an die Spitze der Sorrentinischen Halbinsel. Auf dem Felsen hoch oben thront Sorrent, der berühmte Geburtsort des italienischen Dichters Torquato Tassos, mit seinen renommierten Luxushotels wie das Excelsior und Tramontano, wo bis heute die berühmtesten Persönlichkeiten aller Zeiten ein und ausgehen.
Wir aber wollen weiter nach Neapel, wo dieser Tage der American´s Cup stattfindet. Deshalb segeln wir an Ercolano und Pompeji vorüber und heben uns den Besuch der römischen Ausgrabungen für das nächste Mal auf. Die Stadt am Fuße des Vesuvs ist wie für ein Fest geschmückt. Am Lungomare zwischen Posillipo und Chiaia wurden eigens für die große Sportveranstaltung hölzerne Terrassen gebaut, von denen aus die Menschen - erste Reihe fußfrei - dem Segeltörn zusehen können. Die Sonne ist auch jetzt Ende September noch sehr heiß und genießen die leichte Brise, während der Verkehr zu Lande und zu Wasser zunimmt und Fähren nach Capri und Ischia, Fischerboote, Ausflugsboote sowie Motorboote von allen Seiten unseren Kurs kreuzen. Jetzt heißt es aufpassen!

Eine Weile sehen wir dem Treiben auf dem Wasser gespannt zu. Als wir schluss-endlich doch müde werden von dem Getümmel, beschließen wir nach Capri hinüber zu segeln und die Nacht auf der Insel zu verbringen. Denn wenn die letzten Tagestouristen endlich das Eiland per Fähre verlassen haben, ist sie nämlich am schönsten...
AMERICAN´s CUP INFOS: https://www.americascup.com/






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